Unwort des Jahres: Remigration

Es macht mich tief betroffen, dass in unserer Gesellschaft Debatten aus übelsten Zeiten unserer Geschichte wieder hoffähig werden.

Ein Beispiel ist die Debatte über "Remigration", eine verharmlosende Wortschöpfung, die nichts anderes bedeutet als: Vertreibung!

In meiner Praxis arbeiten Menschen mit einem Migrationshintergrund, die ich sehr schätze! Ich möchte Euch nicht missen! Ein großer Anteil meiner Patienten kommt aus Familien mit einer Zuwanderungsgeschichte. Ich möchte Euch sagen: Ihr seid hier HERZLICH Willkommen!

Und das ändert sich auch nicht aufgrund abenteuerlicher politischer Debatten, die Lügen und Verallgemeinerungen verbreiten. Davon wird eine Gesellschaft krank!

Ja, wir befinden uns in einem gesellschaftlichen Wandel. Ja, es gibt in dieser Gesellschaft Probleme, berechtigte Ängste und Sorgen. Die machen auch vor mir nicht Halt! Aber Hass und Ressentiments sind darauf keine Antwort!

Es ist uns allen aufgetragen, die Zukunft für unsere Kinder und Jugendlichen lebenswert und liebenswert zu gestalten. Das gelingt nur gemeinsam! Egal welcher Nationalität, Religion, Hautfarbe, sexueller Identität und Orientierung oder ob auf dem Frühstückstisch NUTELLA oder eine andere Nuss-Nougat-Creme steht.

Meine Praxis ist wie ein kleiner Mikrokosmos, ein Spiegelbild der Gesellschaft. Daher mag man mir nachsehen, dass ich als Arzt kein Rezept gegen alle Probleme dieser Welt ausstellen kann. Das Rezept ist das WIR !  

Dr. Andreas Stumpf

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